Schabbat und ein williges Herz
Mosche (Mose) versammelt die ganze Gemeinschaft und beginnt, vor allem Bauen, mit dem Schabbat: sechs Tage für die Arbeit, doch der siebte ein heiliger Tag der Ruhe, den selbst die heilige Arbeit am Heiligtum nicht aufheben darf. Dann ruft er zu Gaben auf, und das Volk antwortet mit überwältigender Großzügigkeit und bringt Gold, Silber, Kupfer, gefärbte Wolle, feines Leinen, Felle, Öl und Edelsteine. Männer und Frauen geben frei von Herzen, bis die Handwerker melden, es sei mehr als genug, und Mosche dem Volk gebieten muss aufzuhören. Die Nation, die einst ihr Gold einem Kalb gab, gießt es nun bereitwillig in eine Heimat für Gott.
Weisheit zu bauen
Gott erwählt zwei Meisterhandwerker, Bezalel vom Stamm Juda und Oholiaw (Oholiab) vom Stamm Dan, und erfüllt sie mit Weisheit, Geschick und der Gabe, andere zu lehren. Um sie sammelt sich eine Werkstatt begabter Kunsthandwerker, Männer wie Frauen, die ihre Fähigkeiten der heiligen Aufgabe leihen. Jede willige Hand findet einen Platz in der Arbeit. Was als göttlicher Bauplan begann, geht nun in menschliches Handwerk über.
Das Heiligtum und seine Geräte
Die Kunsthandwerker bauen das Bauwerk selbst: die gewebten Teppiche und geschichteten Decken des Zeltes, die goldüberzogenen Bretter in silbernen Sockeln und den Vorhang, der die innerste Kammer abschirmt. Bezalel fertigt die heiligen Geräte, die Bundeslade mit ihren Cherubim, den Tisch für das Schaubrot, die Menora aus reinem Gold und den goldenen Altar für den Weihrauch. Draußen macht er den großen kupfernen Altar und das Becken, geformt aus den Spiegeln, welche die Frauen spenden, und umschließt alles mit einem Vorhof aus leinenen Behängen. Stück für Stück ist jeder Teil des Mischkan bereit.
Eine ehrliche Abrechnung
Als der zweite Abschnitt beginnt, hält die Tora inne, um eine volle Abrechnung der Materialien zu geben: die Summen an Gold, Silber und Kupfer und genau, wie jedes verwendet wurde. Das Silber aus den halben Schekeln der Zählung wird zu den Sockeln unter den Wänden, während Gold und Kupfer zu den Geräten und Beschlägen geformt werden. Diese durchsichtige Abrechnung lässt keinen Raum für Zweifel an den Schätzen, die Mosche anvertraut wurden. Selbst im Dienst Gottes besteht die Tora auf völliger Ehrlichkeit.
Das Werk ist vollendet
Die priesterlichen Gewänder werden als Nächstes gewebt, das Efod und das mit Edelsteinen besetzte Brustschild, das Obergewand aus Glöckchen und Granatäpfeln und das goldene Stirnblatt, eingraviert Heilig dem Gott, jedes gemacht, genau wie Gott geboten hat. Zuletzt bringt das Volk das ganze Heiligtum zu Mosche, jedes Brett, Gerät und Gewand vor ihn gelegt. Er prüft alles, sieht, dass es genau so gemacht wurde, wie Gott geboten hat, und segnet das Volk für seine treue Arbeit. Eine Nation, einst durch das goldene Kalb zerrissen, steht nun wieder ganz um eine erfüllte Aufgabe.
Die Herrlichkeit steigt herab
Am ersten Tag des Nissan, ein Jahr nach dem Auszug, richtet Mosche den Mischkan auf, setzt jeden Teil an seinen Platz und weiht Aharon (Aaron) und seine Söhne zum Dienst und tut alles, genau wie Gott geboten hatte. Als das Werk vollendet ist, senkt sich eine Wolke über das Zelt der Begegnung, und die Herrlichkeit Gottes erfüllt das Heiligtum, so überwältigend, dass Mosche selbst nicht eintreten kann. Von da an ruht die Wolke bei Tag darauf und Feuer bei Nacht und leitet Israel auf seinen Zügen. So endet das Buch Exodus damit, dass Gott sichtbar unter Seinem Volk wohnt.
