Was ist die Megillat Esther?
Die Megillat Esther (die Schriftrolle Esthers) ist eine der fünf Megillot in der Hebräischen Bibel und erzählt die Geschichte, wie Königin Esther und ihr Cousin Mordechai das jüdische Volk vor der Vernichtung im alten Persien retteten. Sie wird an Purim öffentlich gelesen, sowohl am Abend als auch am Morgen. Die Megilla ist unter den biblischen Büchern einzigartig darin, dass Gottes Name nicht ausdrücklich vorkommt, dennoch lenkt Gottes verborgene Hand die Ereignisse.
Wann die Megilla gehört wird
Die Megilla wird an Purim zweimal gelesen: einmal am Abend nach Einbruch der Dunkelheit und einmal tagsüber. Die Tageslesung gilt als wichtiger. In ummauerten Städten, die bereits zu Joschuas Zeiten existierten (wie Jerusalem), wird Purim am 15. Adar gefeiert (Schuschan Purim). An den meisten anderen Orten am 14. Adar. Sowohl Männer als auch Frauen sind verpflichtet, die Megilla-Lesung zu hören.
Gesetze der Lesung
Um die Mizwa zu erfüllen, muss man jedes Wort der Megilla hören. Wenn auch nur ein Wort verpasst wird, hat man seine Pflicht nicht erfüllt. Der Vorleser verwendet eine koschere Schriftrolle auf Pergament. Die Gemeinde sollte still mitlesen, entweder in einem gedruckten Text oder auswendig, während der Vorleser laut vorsingt. Vier Verse (2:5, 8:15-16, 10:3) werden traditionell von der Gemeinde laut gesprochen, bevor der Vorleser sie wiederholt.
Der Brauch des Lärmens
Es ist Brauch, Lärm zu machen (mit Ratschen/Ra'aschanim oder durch Stampfen mit den Füßen), wann immer Hamans Name erwähnt wird, um sein Andenken zu 'tilgen'. Dies beruht auf dem Gebot, das Andenken an Amalek, Hamans Vorfahren, auszulöschen. Besonders Kinder genießen diesen Brauch, aber achten Sie darauf, nicht so viel Lärm zu machen, dass Sie Worte der Lesung verpassen. Viele Gemeinden beschränken das Lärmen auf bestimmte Erwähnungen von Hamans Namen.
Die Geschichte von Purim
Die Megilla erzählt, wie König Achaschweirosch von Persien Esther zu seiner Königin erwählte, ohne zu wissen, dass sie Jüdin war. Als der böse Haman plante, alle Juden zu vernichten, drängte Esthers Cousin Mordechai sie zum Eingreifen. Unter Einsatz ihres Lebens offenbarte Esther dem König ihre Identität und deckte Hamans Komplott auf. Haman wurde an genau dem Galgen gehängt, den er für Mordechai vorbereitet hatte, und die Juden wurden gerettet. Der Name Purim kommt von dem 'Pur' (Los), das Haman warf, um das Datum der Vernichtung zu bestimmen.
Segenssprüche und Bräuche
Drei Segenssprüche werden vor der Megilla-Lesung gesprochen: für das Gebot, die Megilla zu lesen; für die Wunder, die an unseren Vorfahren vollbracht wurden; und Schehechejanu (nur bei der Abendlesung, oder bei der Tageslesung, falls man sie am Abend nicht gehört hat). Nach der Lesung sagen wir 'HaRaw et Riwenu' und danken Gott dafür, dass Er unsere Kämpfe geführt hat. Die Megilla-Schriftrolle wird traditionell ausgerollt und wie ein Brief gefaltet, da Esther 'Briefe' sandte, um Purim einzuführen.