Balaks Furcht
Nach Israels Siegen über die Könige der Amoriter wird Balak, Sohn Zippors, König von Moaw (Moab), von Grauen ergriffen beim Anblick einer so gewaltigen Nation, die in der Nähe lagert. Im Glauben, dass er im Kampf nicht gegen sie bestehen kann, beschließt er, sie stattdessen mit geistigen Waffen zu bekämpfen. Er sendet eine Abordnung von Ältesten, um Bilam (Bileam), den Sohn Beors, zu rufen, einen nichtjüdischen Propheten, berühmt für die Macht seiner Segen und Flüche, und verspricht ihm große Ehre, wenn er komme und Israel verfluche. Gott warnt Bilam, nicht zu gehen, doch als Balak eine zweite, vornehmere Abordnung sendet, erlaubt Gott ihm zu reisen unter der strengen Bedingung, dass er allein die Worte spreche, die Gott ihm gibt.
Der Engel und die Eselin
Bilam sattelt seine Eselin und bricht auf, und Gottes Zorn entflammt über seinen Eifer. Ein Engel Gottes steht mit gezogenem Schwert auf dem Weg, unsichtbar für Bilam, doch deutlich gesehen von seiner Eselin, die zur Seite ausweicht, sich an eine Mauer drückt und sich zuletzt einfach niederlegt. Bilam schlägt das Tier dreimal vor Verdruss, und Gott öffnet den Mund der Eselin, um gegen die Schläge zu protestieren, und macht so den gefeierten Seher zu einem Mann, den sein eigenes Tier übertrifft. Dann öffnet Gott Bilams Augen, dass er den Engel erblickt, der die Warnung wiederholt, dass Bilam nichts sagen darf außer dem, was ihm gesagt wird. Der berühmte Meister der Rede wird fest in seine Schranken gewiesen, ehe er Balak überhaupt erreicht.
Segen um Segen
Balak begrüßt Bilam und führt ihn auf eine Höhe mit Blick über das Lager Israels, wo sie Altäre bauen und Opfer darbringen zur Vorbereitung des Fluches. Doch als Bilam den Mund öffnet, kommt nur Segen hervor: Er beschreibt ein Volk, das ausgesondert und über alles Zählen hinaus ist. Bestürzt bringt Balak ihn auf einen zweiten Aussichtspunkt und dann auf einen dritten, in der Hoffnung, ein neuer Blick werde den Ausgang ändern, doch jeder Versuch bringt reicheres Lob hervor als der vorige. Bilam segnet Israels Zelte und Lager mit den Worten, die Juden noch heute jeden Morgen sagen: Mah towu ohalecha Jaakow, wie schön sind deine Zelte, o Jaakow (Jakob).
Ein Stern aus Jaakow
Mit dem Geist Gottes auf sich erhebt Bilam seinen Blick zur fernen Zukunft. Er sieht einen Stern aus Jaakow aufgehen und ein Zepter aus Israel voraus, eine Verheißung von Führung und Triumph in kommenden Tagen. Er verkündet das Schicksal von Moaw, Edom, Amalek und den umliegenden Völkern, und seine Weissagungen reichen weit über alles hinaus, was Balak hatte hören wollen. Da seine Sendung ein völliger Fehlschlag ist, kehrt Bilam nach Hause zurück, und Balak zieht im Zorn davon, sein Gold vertan für das Lob eben des Volkes, das er zu vernichten suchte.
Die Sünde bei Peor
Was Balak durch Bilam nicht erreichen konnte, geschieht bald beinahe durch Verführung. Die Männer Israels werden von den Frauen von Moaw und Midian verlockt, nehmen an ihren Festmählern teil und beugen sich vor dem Götzen Baal Peor, und eine Plage bricht im Lager aus. Als ein Fürst Israels dreist eine midianitische Frau vor Mosche (Mose) und die weinende Versammlung bringt, ergreift Pinchas (Pinhas), der Sohn Elasars (Eleasar), einen Speer und durchbohrt beide, und die Plage wird gestoppt, obwohl schon vierundzwanzigtausend gefallen sind. Die Parascha schließt hier, bei der Zahl der Opfer der Plage, und lässt den Lohn für Pinchas der folgenden Lesung.
