Ursprünge des Gebets
Das Gebet für den Staat Israel wurde kurz nach der Staatsgründung Israels 1948 verfasst. Die Oberrabbiner Israels, Rabbiner Jizchak Herzog und Rabbiner Ben-Zion Meir Chai Usiel, verfassten das Gebet, das in Synagogen weltweit gesprochen werden soll. Es wird üblicherweise am Schabbat-Morgen nach der Toralesung gesprochen, obwohl die Bräuche je nach Gemeinde variieren.
Der Text des Gebets
Das Gebet bittet Gott, den Staat Israel zu segnen, und nennt ihn 'den Beginn des Erblühens unserer Erlösung'. Es betet für den Schutz der Bewohner und Soldaten Israels, für Frieden, für weise Führung und für die Einheit aller Juden. Das Gebet spiegelt die Hoffnung wider, dass der moderne Staat den Beginn der prophetischen Verheißungen von Rückkehr und Erlösung darstellt.
Wann wird es gesprochen?
Die meisten Gemeinden, die dieses Gebet sprechen, tun dies an Schabbat und jüdischen Feiertagen nach der Toralesung, bevor die Tora in den Aron zurückgebracht wird. Manche sagen es auch am israelischen Unabhängigkeitstag (Jom HaAzmaut). Dem Gebet folgt oft ein Gebet für die israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Die Bräuche variieren – manche Gemeinden sprechen es jede Woche, andere nur zu besonderen Anlässen.
Theologische Bedeutung
Das Gebet beschreibt Israel als 'Reschit Zmicha Ge'ulatenu' – den Beginn des Erblühens unserer Erlösung. Dieser Ausdruck spiegelt den Glauben wider, dass die Gründung Israels den Beginn des von den Propheten vorhergesagten messianischen Prozesses darstellt. Durch das Sprechen dieses Gebets drücken Juden weltweit ihre Verbundenheit mit dem Land Israel und ihre Hoffnung auf seine Rolle im jüdischen Schicksal aus.
Gebet für die israelische Armee
Viele Gemeinden sprechen auch ein Gebet für das Wohlergehen der israelischen Soldaten (Chajalej Zahal). Dieses Gebet bittet Gott, die Verteidiger des Landes Israel zu schützen, sie vor Gefahren zu bewahren und ihnen Erfolg zu gewähren. Es spiegelt die Dankbarkeit und Sorge der Gemeinde für diejenigen wider, die die jüdische Heimat beschützen, und wird oft unmittelbar nach dem Gebet für den Staat Israel gesprochen.
Varianten und Bräuche
Nicht alle jüdischen Gemeinden sprechen dieses Gebet. Manche ultraorthodoxen Gemeinden lassen es aus theologischen Vorbehalten gegenüber dem säkularen Staat aus. Reformierte und konservative Bewegungen haben alternative Fassungen erstellt. Manche Gemeinden fügen Gebete für den Frieden und für die israelisch-palästinensische Versöhnung hinzu. Das Gebet entwickelt sich weiter, während sich Israels Lage ändert und Gemeinden über ihre Beziehung zum Staat reflektieren.