Was sind Tehillim?
Tehillim (Psalmen) ist eine Sammlung von 150 heiligen Gedichten und Gebeten, hauptsächlich von König David verfasst. Das hebräische Wort ‚Tehillim' bedeutet ‚Lobpreisungen'. Diese zeitlosen Worte drücken das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen aus – von Verzweiflung bis Freude, von Angst bis Glauben. Juden sprechen Tehillim seit Tausenden von Jahren in Zeiten der Not und des Feierns.
Der tägliche Psalm
Jeder Wochentag hat einen bestimmten Psalm, der am Ende von Schacharit gesprochen wird: Sonntag – Psalm 24, Montag – Psalm 48, Dienstag – Psalm 82, Mittwoch – Psalm 94, Donnerstag – Psalm 81, Freitag – Psalm 93, Schabbat – Psalm 92. Diese entsprechen dem, was die Leviten im Tempel an jedem Tag sangen.
Monatszyklus der Tehillim
Viele Juden vervollständigen das gesamte Buch der Tehillim jeden Monat. Die 150 Psalmen sind in 30 Abschnitte unterteilt, einen für jeden Tag des hebräischen Monats. An Rosch Chodesch sagen viele die vollständigen Tehillim. Diese Praxis ist besonders in chassidischen und sephardischen Gemeinden verbreitet. Das tägliche Lesen der Tehillim verbindet einen ständig mit den Worten König Davids.
Psalmen für die Heilung
Wenn man für einen Kranken betet, werden häufig diese Psalmen gesprochen: Psalm 6, 13, 20, 23, 30, 41, 88, 103, 119 und 142. Manche sprechen die Psalmen, deren Anfangsbuchstaben den Namen des Kranken bilden. Psalm 119 wird besonders verwendet, da er ein Akrostichon ist – man kann Abschnitte lesen, die jedem Buchstaben des hebräischen Namens der Person entsprechen.
Psalmen für verschiedene Anlässe
Verschiedene Psalmen werden für unterschiedliche Bedürfnisse gesprochen: Schutz/Reise – Psalm 91 (Joschew Be'seter), Lebensunterhalt – Psalm 23 (Der Ewige ist mein Hirte), Dankbarkeit – Psalm 100 (Mismor LeToda), Vor dem Gebet – Psalm 51, Partnersuche – Psalm 32, Geburt – Psalm 20, Umkehr – Psalm 51, Zeiten der Not – Psalmen 20, 121, 130. Viele sagen Psalm 27 während Elul und Tischrej.
Wie man Tehillim spricht
Tehillim können jederzeit gesprochen werden, vorzugsweise jedoch bei Tageslicht. Viele beginnen mit ‚LeShem Jichud' (einer Absichtserklärung) und schließen mit ‚Jehi Razon' (einem Gebet um Annahme). Sprechen Sie die Worte sorgfältig, auch wenn Sie kein Hebräisch verstehen – die Worte selbst haben geistliche Kraft. Es ist üblich, die Namen derer, für die man betet, vor oder nach dem Sprechen zu erwähnen.